Jannik Howind

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Die Mauer

Ihr Kennenlernen war kurz und schmerzlos. Erik und Chloé hatten gemeinsame Freunde, sodass es nur eine Frage der Zeit war, bis sie sich kennenlernen würden. Als sie es taten, war es Abend. Ihre gemeinsamen Freunde hatten sich zum Kino verabredet und sie beide eingeladen. Es war Award-Season und ihre Freunde hatten ausnahmsweise einen guten Film ausgesucht, sodass sie beide sofort dabei waren. Erik und Chloé liebten Filme. Als könnten sie das aneinander riechen waren sie schon auf dem Weg vom Bahnhof zum Kino im Gespräch über Tarkovsky und Agnes Varda und versuchten die zentralen gesellschaftlichen Entwicklungen der nördlichen Hemisphäre anhand der 35mm Filmrollen dieser beiden Genies nachzuzeichnen.

Die Mauer2026-01-26T12:04:03+01:00

Die Mütze

Ich sah mich um. Neben mir stand Nils hinter der Kasse und war dabei, sich zum Kühlschrank umzudrehen und der jungen Frau mit den blonden Haaren eine Mate zu holen. Ein Schritt weiter bediente Chin zwei Gäste gleichzeitig. Drei Glühweinbecher am Fass aufgereiht, der Hahn aufgedreht, während er schon mal abkassierte. Der DJ hatte die Musik wieder lauter gedreht, der Raum drohte vor Menschen zu zerplatzen und ich trocknete in aller Ruhe einen Becher nach dem anderen ab, als mein Blick über Gesichter, lachende Münder, Augenringe, farbige Schals, schwarze Lederjacken und vorbei an goldenen Ohrringen und Peircings auf der rechten Seite des Raumes auf die Augen einer etwas kleineren, jungen Frau mit einer karierten, hellgrauen Mütze, die perfekt zu ihrem Kopf passte, traf.

Die Mütze2026-01-26T12:02:08+01:00

Gebietskampf

„Kannst du mir ein Glas Wasser holen?“ „Hier, du kannst was aus meiner Flasche haben“ Blitzschnell hat er seine Trinkflasche in der Hand, die neben dem Bett stand. „Nein, ich möchte frisches Wasser.“ Er starrt mich kurz an, dann geht er von mir runter und in die Küche. Der Druck in meiner Brust sinkt um ein halbes Bar ab. Es reicht, um mir meine Hose wieder anzuziehen.

Gebietskampf2026-01-26T11:52:28+01:00

Die Wildblumen

Meine Mutter war in ihrem Zimmer am Schreibtisch. Es ist ein schönes Zimmer mit zwei großen Fenstern gen Süden, aber Bäume vor dem Haus sorgen dafür, dass es am Tag weder zu hell noch zu dunkel ist und nicht zu warm während des Sommers. Im Zimmer stehen eine Menge Holzmöbel und sogar eine Wand ist aus Holz. Sie hatte ein paar Wildblumen von dem Feld in der Nähe unserer Wohnung auf ihren Schreibtisch getan, aber ich habe sie in dem Moment nicht bemerkt. Ich war ein wenig am Zittern und lehnte mich vorsichtig in den Türrahmen. Ich war vierzehn. Ich hörte mich leise sagen: Kann ich mit dir reden?

Die Wildblumen2026-01-26T11:47:08+01:00

Kannst du „Nein“ sagen?

Das ist jetzt wichtig! Kannst du „Nein“ sagen? Sie schaute mich mit zusammen gekniffenen Augenbrauen an.Was meinst du, kannst du „Nein“ sagen?Also, kannst du mir gegenüber „Nein“ sagen? Ihr Blick hatte sich nicht von der Stelle bewegt.Eigentlich kann ich das schon, ja. Warum fragst du? Fragte ich etwas überrumpelt, ein bisschen neugierig war ich aber schon, was sollte das Ganze?

Kannst du „Nein“ sagen?2026-01-26T11:45:36+01:00
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