Der überforderte Mensch sieht in jeder Information eine Forderung. Der künstlerische Mensch sieht in jeder Information eine Möglichkeit, die wahrgenommen werden kann, aber nicht muss. Der künstlerische Mensch weiß, dass Realität zu gestalten, Schaffenskraft braucht. Eine Handlungsaufforderung kann nur dort ernstlich gesehen werden, wo auch die Energie für die Handlung geborgen liegt. Man stelle sich eine Welt vor, die nur aus Menschen und Orten und Objekten besteht, die einen anschreien: Verbringe Zeit mit mir, Besuche mich, Spiele mit mir. Rette mich!! Eine Welt der Bedürftigkeit, die die eigene Energie aufzusaugen droht. Der überforderte Mensch ist der Inbegriff dieser Weltbeziehung. Er versucht all den Schreien und Verlockungen nachzukommen. Der künstlerische Mensch hingegen lernt, seine Kraft zu beachten und nach Verbesserung der eigenen Fähigkeiten zum Gestalten mit Welt zu streben in dem Wissen, dass er an kein Ende kommen wird. Aber das überfordert ihn nicht, es gibt ihm Gelassenheit. Er genießt den Prozess.
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