Alles ist politisch
Alles ist politisch, aber nicht alles kann sich die ganze Zeit mit Politik beschäftigen oder wir verlieren die Liebe zur Musik, zur Kunst, zum Sport, zum Leben.
Alles ist politisch, aber nicht alles kann sich die ganze Zeit mit Politik beschäftigen oder wir verlieren die Liebe zur Musik, zur Kunst, zum Sport, zum Leben.
Weil Menschen jederzeit Gedanken spinnen können, behandeln sie ihre Fähigkeit zu denken wie ein gutes, altes Haus: Leider kommt außer Spinnen oft nicht viel bei raus.
Wir brauchen Geld, weil wir in einer Welt von zweien leben. Eigentlich leben wir allein in der eigenen Welt, aber weil das nur spezielle Überlebenskünstler:innen können, gehen wir auf andere zu und tauschen. Geld ist die Perfektion des Tauschens. Komplexe Gebilde, die nicht viel Zeit haben, brauchen diese versklavende, Ungleichheit schaffende Perfektion. Würden wir in einer Welt von Gruppen leben, dann bräuchten wir Geld nicht. Wir würden nicht tauschen, sondern darauf achten, dass für alle weder zu viel noch zu wenig in der Gruppe ist.
Schicksal, die vorgeburtliche Berufung. Diese Vorstellung übersieht, dass ich nur solchen Rufen folgen kann, denen ich folgen kann. Was nützt mir die ausgerufene Berufung, Musiker zu werden, wenn ich musikalisch völlig unbegabt bin und auch keinen Spaß daran finde. Nicht mit der Macht des Schicksals, sondern mit der Macht des eigenen Könnens kommt die eigene Verantwortung. Aber wie entscheidet sich, welches Können ich entwickle?
Unter dem blauen Sommerhimmel an der Côte d’Azur bricht der 16-Jährige Enzo die Schule ab und beginnt eine Ausbildung zum Maurer. Nach der Arbeit springt er in den Pool des Hauses seiner wohlhabenden Eltern und zieht mit disziplinierten, immer gleichen Bewegungen seine Bahnen. Seine Eltern unterstützen ihn, halten mit ihren Sorgen und Kritik an Enzos Entscheidung aber nicht zurück. Ihnen wäre es lieber, wenn er die Schule beenden und seinem künstlerischen Talent auf einer Privatschule nachgehen würde. Auf der Baustelle lernt er den gutaussehenden Ukrainer Vlad und dessen Kumpel Miroslav kennen. Die aufkeimende Anziehung von Enzo zu Vlad stellt ihn vor die Aufgabe, seine jugendliche Komfortzone zu verlassen.
Mut ist das einzige, das man finden muss, obwohl man es selbst versteckt hat.
Aufmerksamkeit ist wie Wasser. Dort, wo sie hinfließt, wächst etwas. Doch dort, wo sie nur noch hinfließt, geht etwas unter.
Es gibt keine Abkürzung zu seinem eigenen Leben.
Manche vergleichen sportlichen Wettbewerb mit Krieg. Das ist ein grober Denkfehler. In jedem Sport lässt sich alles ganz leicht wieder zurücksetzen. Im Leben und im Krieg lassen sich die Folgen unserer Taten nicht rückgängig machen – wir werden von ihnen in die Zukunft getragen wie von einem unaufhaltsamen Zug.
Josh Safdie hat etwas verstanden, was eigentlich auf der Hand liegt, aber doch viele Geschichtenerzählende zu übersehen scheinen: Der Charakter eines Charakters liegt nicht nur in seinem Charakter, sondern genauso in seiner Umgebung. Klingt paradox? Ist es aber nicht. Ja, Marty Mauser ist ein waschechter Egoist, ja, er hält sich für den besten Tischtennisspieler der Welt und ja, er ist verdammt ungeduldig. Aber die Menschen im New York der 50er sind es auch. Sein Onkel, der Marty ohne Rücksicht zum Geschäftsführer seines Schuhladens machen will. Seine Freundin, Nicht-Freundin, die abgesehen davon, dass sich Marty ihr gegenüber die meiste Zeit wie ein beschissener Freund verhält, auch eine Ungeduld auf Marty überträgt.
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