Als wäre man nach Teil Eins vom zweiten Gang direkt in den sechsten gegangen. Das Eintauchen in die Welt und die Verwobenheit mit der real-fantastischen Musik von Hans Zimmer bleiben dabei auf der Strecke. Auch die Entscheidung, mit Feyd-Rautha einen Antagonisten, dessen Tiefe darin besteht, dass Gewalt ihn auf eine sinnlich-erotische Weise anturnt, in den Blick zu nehmen, dafür aber eben jene Ebene zwischen Paul und Chani denkbar kühl und knapp zu lassen, leuchtet mir nicht ein. So fehlt dem Film etwas die Wärme und Faszination des Vorgängers. Dennoch ist beeindruckend, wie der zweite Teil an den ersten anschließt und wir nun bereits traumangedeutete Szenen so oder so ähnlich erleben dürfen. Der Grundkonflikt von Paul, seinem religiösem, machtpolitischen Schicksal entfliehen und seinen eigenen Weg gehen zu wollen, findet in Dune Part Two seinen Höhepunkt, verliert dann aber rapide an Stärke. Auch hier wurde sich wie schon mit dem Antagonisten für einen Fokus auf Größe und Effekte gegenüber dem auf existenzielle, inner- und zwischenmenschliche Bewegungen entschieden. Wobei die Stärke von Dune darin lag, die Umgebung und die Musik als eigenen Teil in diesen erzählerischen Bewegungen Platz einzuräumen. Diejenigen, die eben diese bilderzählerische Stärke des Vorgängers über alles geschätzt haben, wird Dune Part Two wie den Beifahrer auf dem voll anfahrenden Motorrad, der sich gerade noch den Helm festgezurrt hat, hinten runterfallen lassen. Auf dem Boden der Tatsachen eines Action-Blockbusters gelandet, schaut er sich mit denen, die sowieso die ganze Zeit darauf gewartet haben, ein Spektakel an. Nur, dass die Einen einen rasanten Rausch genießen während die Anderen einen Schmerz dabei haben, der mit dem langen Sitzen eher zu als abnimmt. Vielleicht ist es ja genau so gewollt, um im dritten Teil die ersehnte Mitte zu finden.
STUDIO LEGENDARY PICTURES DREHBUCH DENIS VILLENEUVE, JON SPAIHTS REGIE DENIS VILLENEUVE JAHR 2024
Neueste Filmkritiken
Sentimental Value
Über den Bäumen von Oslo schwankt die Kamera langsam zum Haus der Borgs. Eine ältere Frauenstimme erzählt, dass Nora als Kind einen Aufsatz aus Sicht eines Objektes schreiben sollte. Nora wählte das Haus. Seit Generationen im Familienbesitz bildet es den Grundstein des intergenerationalen Familiendramas „Sentimental Value“. Der Tod der Mutter von Nora und ihrer jüngeren Schwester Agnes führt Nora nach langer Zeit zu einer Begegnung mit ihrem Vater Gustav. Sie können nicht miteinander reden und Nora kann es kaum in einem Raum mit ihm aushalten.
Dune Part Two
Als wäre man nach Teil Eins vom zweiten Gang direkt in den sechsten gegangen. Das Eintauchen in die Welt und die Verwobenheit mit der real-fantastischen Musik von Hans Zimmer bleiben dabei auf der Strecke.
Licorice Pizza
"Licorice Pizza". Freunden diesen Titel zu erklären, ist gar nicht so einfach. Vielleicht wurde er gewählt, weil sich dieser Film wie eine gute Pizza mit vielen, wunderbaren und liebevoll angerichteten Belagen anfühlt, die am Ende dennoch so rund ist, wie eine Pizza eben sein sollte.
One battle after another
Wenn ich für den neuen Film von Paul Thomas Anderson einen tieferen Sinn finden müsste, dann wäre es wohl der, dass Gewaltausbrüche auf einem sexuellen Verlangen beruhen. Einem Verlangen, dass ideologische Brandmauern zu überwinden vermag, was es natürlich nicht darf. Und dennoch ist da diese Verbindung, weil die Art und Weise, wie radikale Menschen für ihre Prinzipien brennen, am Ende sehr ähnlich, erbarmungslos und erregt ist.
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