Ich finde, Park Chan-wook schafft es wie kein zweiter, in jeder Szene Konstellationen aus Figuren, Umgebung, Sound und Licht zu schaffen, Konstellationen aus diesen unterschiedlichen Elementen, welche alle jeweils ihre eigene Absicht und Bedeutung mitbringen, welche sich mit diesen Bedeutungen verschränken und die dadurch der Haupthandlung eine dicke und lebendige Haut geben. Ich bin mir sicher, dass dieser gestraffte Körper da ist, selbst dann, wenn ich in manchen Momenten nicht den Körper als ganzen fassen kann, sondern nur die Hand oder das Bein sehe.
Vielleicht fasziniert mich am meisten, wie jede einzelne Figur streng diesem Handlungskörper der Geschichte dient und zugleich niemals ihren eigenen Antrieb, ihren eigenen Willen verliert. So entstand für mich wie schon bei der „Frau im Nebel“ eine Filmerfahrung, die mich bei jeder Einstellung gefesselt hat und die das auch beim zweiten oder dritten Mal schauen schaffen wird.

STUDIO u.a. CJ ENM STUDIOS DREHBUCH PARK CHAN-WOOK, LEE KYOUNG-MI, DON McKELLAR, LEE JA-HYE REGIE PARK CHAN-WOOK JAHR 2025

Neueste Filmkritiken

Sorry, Baby

„Sorry, Baby“ ist von erfrischender Einfachheit und Authentizität des heutigen Zeitgeistes und zugleich voller Können und Mut. Im Mittelpunkt steht Agnes, die in einer Kleinstadt in Literatur promoviert und bereits wenig später als befristete Professorin arbeitet. Direkt neben ihr steht ihre Mitpromovierende und beste Freundin Lydie. [...] In kleinen Momenten, mit kurzen Blicken, Berührungen, Worten zwischen den beiden erfahren wir, dass während der Promotion etwas zwischenmenschlich Traumatisierendes in Agnes Vergangenheit passiert sein muss, von dem außer Agnes nur Lydie weiß.

Challengers

Luca Guadagnino verbindet auf von ihm gewohnt ästhetisch, in Songauswahl und Symbolik beeindruckender Art in seinem neuesten Film eine intime Dreiecksbeziehung mit der Welt des Tennis. Drei Menschen, die in einer Welt von Zweien leben, in der es nur einen Gewinner geben kann. Eine eigentlich unmögliche Spannung. Bevor es jedoch ums Gewinnen, um die Liebe oder um Polyamorie geht, geht es in Challengers ums Erwachsenwerden, um die Entdeckung des unbedingten Mutes zu sich selbst, der einen erst frei zu anderen führen kann.

Sentimental Value

Über den Bäumen von Oslo schwankt die Kamera langsam zum Haus der Borgs. Eine ältere Frauenstimme erzählt, dass Nora als Kind einen Aufsatz aus Sicht eines Objektes schreiben sollte. Nora wählte das Haus. Seit Generationen im Familienbesitz bildet es den Grundstein des intergenerationalen Familiendramas „Sentimental Value“. Der Tod der Mutter von Nora und ihrer jüngeren Schwester Agnes führt Nora nach langer Zeit zu einer Begegnung mit ihrem Vater Gustav. Sie können nicht miteinander reden und Nora kann es kaum in einem Raum mit ihm aushalten.

Dune Part Two

Als wäre man nach Teil Eins vom zweiten Gang direkt in den sechsten gegangen. Das Eintauchen in die Welt und die Verwobenheit mit der real-fantastischen Musik von Hans Zimmer bleiben dabei auf der Strecke.