Ich habe Angst. Eine kühle Wohnsiedlung. Spielende Kinder. Ein Horrorfilm. Die Entdeckung der Kraft, Leben zu lassen und zu zerstören. Eine Geschichte über Einsamkeit, den verzweifelten Wunsch, Wesen zu finden, mit denen man seine Erlebnisse teilen kann, Enttäuschung, Konflikt und Angst. Die große Angst, sich eingestehen zu müssen, dass man sich ändert, ändern muss, erwachsen wird. Aber diese Schritte müssen einem gelassen werden. Es gibt Schicksale, denen ist es vergönnt, Vertrauen in sich und die Welt zu fassen. Sie können die notwendigen Schritte nicht gehen. Zu tief sitzt der Schmerz. Sie sind eigen und wecken die Neugier, derjenigen, die vom Anderen fasziniert sind. Doch es ist eine Zerreißprobe den Kontakt zwischen Welten aufrechtzuerhalten. Dabei lernt man, Hilfe anzunehmen, und dass man nicht allein ist. Lernt man es nicht, wartet die Angst hinter der nächsten Ecke. Mit großen dunklen Augen, die Realität verzerrend. The Innocents hat mir Angst gemacht. Schleichend, mich in seinen Bann ziehend. Meine Seele wuchtig gepackt. Die Schrecken, die wir uns antun können, weil sich unsere Wahrnehmung vernebelt. Und das Glück, das entstehen kann, wenn wir den Stummen zuhören und den Blinden die bewegten Blätter im Wald zeigen. Die Angst legt sich für einen Moment. Im Grunde sind wir alle unschuldig.
STUDIO u.a. MER FILM DREHBUCH ESKIL VOGT REGIE ESKIL VOGT JAHR 2021
Neueste Filmkritiken
Licorice Pizza
"Licorice Pizza". Freunden diesen Titel zu erklären, ist gar nicht so einfach. Vielleicht wurde er gewählt, weil sich dieser Film wie eine gute Pizza mit vielen, wunderbaren und liebevoll angerichteten Belagen anfühlt, die am Ende dennoch so rund ist, wie eine Pizza eben sein sollte.
One battle after another
Wenn ich für den neuen Film von Paul Thomas Anderson einen tieferen Sinn finden müsste, dann wäre es wohl der, dass Gewaltausbrüche auf einem sexuellen Verlangen beruhen. Einem Verlangen, dass ideologische Brandmauern zu überwinden vermag, was es natürlich nicht darf. Und dennoch ist da diese Verbindung, weil die Art und Weise, wie radikale Menschen für ihre Prinzipien brennen, am Ende sehr ähnlich, erbarmungslos und erregt ist.
Das Lehrerzimmer
Zug um Zug schaukeln sich die Ereignisse hoch. Carla Novak, hochmotivierte Mathe- und Sportlehrerin, kommt an ein Gymnasium, auf dem seit einer Reihe von Diebstählen eine „Null Toleranz Politik“ herrscht. In ihrem Eifer und Wunsch, die Schüler:innen zu schützen, fasst sie schnell einen handfesten Verdacht und geht in die Konfrontation. Doch was als Lösungsversuch für den Schulfrieden gedacht war, entpuppt sich als Beginn eines psychologischen Schachkampfes.
F1
Es ist halb zwölf nachts. Noch im Treppenhaus des Kinos überhole ich die Freundin, mit der ich in „F1“ war. Auf der Straße überholen wir Passanten, um den Zug zu erwischen. Im Zug stellen wir fest, dass wir eine Minute Umsteigezeit haben und rennen, sobald die Türen sich geöffnet haben. Der Film F1 will beschleunigen und ein Rennfieber auslösen. Bei uns hat er das geschafft.
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