Ich finde, Park Chan-wook schafft es wie kein zweiter, in jeder Szene Konstellationen aus Figuren, Umgebung, Sound und Licht zu schaffen, Konstellationen aus diesen unterschiedlichen Elementen, welche alle jeweils ihre eigene Absicht und Bedeutung mitbringen, welche sich mit diesen Bedeutungen verschränken und die dadurch der Haupthandlung eine dicke und lebendige Haut geben. Ich bin mir sicher, dass dieser gestraffte Körper da ist, selbst dann, wenn ich in manchen Momenten nicht den Körper als ganzen fassen kann, sondern nur die Hand oder das Bein sehe.
Vielleicht fasziniert mich am meisten, wie jede einzelne Figur streng diesem Handlungskörper der Geschichte dient und zugleich niemals ihren eigenen Antrieb, ihren eigenen Willen verliert. So entstand für mich wie schon bei der „Frau im Nebel“ eine Filmerfahrung, die mich bei jeder Einstellung gefesselt hat und die das auch beim zweiten oder dritten Mal schauen schaffen wird.

STUDIO u.a. CJ ENM STUDIOS DREHBUCH PARK CHAN-WOOK, LEE KYOUNG-MI, DON McKELLAR, LEE JA-HYE REGIE PARK CHAN-WOOK JAHR 2025

Neueste Filmkritiken

Anatomie eines Falls

Ein mehrdeutiger Fall aus einer mehrstöckigen Holzhütte in den französischen Alpen. Dies ergibt die Obduktion des gefallenen Körpers von Samuel. Zurück bleiben seine Ehefrau Sandra und der gemeinsame seit einem Unfall nahezu blinde Sohn Daniel. Weil der Körper und die Hütte keine eindeutigen Spuren hinterlassen, kommt es zu einem langen und vielschichtigen Prozess im Gericht. Angeklagte ist sie, Ankläger die Staatsanwaltschaft, Verteidiger ein Freund, der Anwalt ist, Suchender ist er, Daniel.

Little fires everywhere

What we want to believe. What we want to see. What we want to become or not to become. It is fear that makes this want desperate and that covers the sky with clouds. A sky that is sunny and cloudy and light and dark altogether. I have rarely seen a better use of characters to support the painting of a greyshaded picture with two moms in the center that couldn’t be more different, one black the other white, one an artist with an only child the other a career-driven mother that manages four children, one a traveler sleeping in the car, the second a settler sleeping in a villa. But both have their secrets and decisions of the past.

Aftersun

„Aftersun“, das Debut der schottischen Filmschaffenden Charlotte Wells, strotzt nur so vor Kreativität, Mut und Feinfühligkeit.

The Menu

Wie sein ein Monat früher geborener Zwilling „Triangle of Sadness“ reflektiert „The Menu“ auf bissige Art und Weise Machthierarchien bis sich mir beinahe der Magen umdreht. Diese Bewegung der Umkehrung ist bei beiden Filmen der Kern und doch offensichtlich nicht die Botschaft.